Die E-Zigarette im Flugzeug

In der Bundesrepublik Deutschland ist alles definiert, vom Krümmungsgrad einer Gurke bis hin zur Wahl des Bundespräsidenten. In Vorschriften, insbesondere in Rechtsgrundlagen kommen oft Abkürzungen, Defintionen, definierte und undefinierte Rechtsbegriffe und Namensgebungen vor, mit dem wir Normalsterbliche gar nichts anfangen können. So ist es auch in der Luftfahrt. Kommen wir erst mal zu den Gepäckstücken. In der Luftfahrt unterscheidet man zwischen dem „aufgegeben Gepäck“ und dem „Handgepäck“. Der aufgegeben Gepäck, auch Reisegepäck genannt, wird am Schalter der Fluggesellschaft aufgegeben, während des Fluges hat man keinen Zugriff drauf. Das Handgepäck darf man mit in die „Kabine“ nehmen, das bedeutet auch, dass man damit durch die Sicherheitskontrolle muss.

Wir fangen mal mit den Liquids an. Ja, es ist eine Flüssigkeit.
Nicht alles darf in die Kabine des Fliegers, seit zehn Jahren gibt es innerhalb der EU die Flüssigkeitsregelung. Wie sinnig oder unsinnig sie ist steht hier erst mal nicht zur Debatte. Die Flüssigkeitsregelung sagt aus, dass jede Flüssigkeit nur in einem Gebinde von maximal 100ml erlaubt ist.


Flüssigkeiten sind was flüssig ist (Wasser, Cola, Liquid, Base etc.), flüssig werden kann (Eis), alles was streichbar ist (Nutella, Zahnpasta, Leberwurst etc.) und alles was gelatineartig ist, man kann grob sagen, überall wo Milliliter (ml) draufsteht Gramm (g) oder Fluid Ounce (fl. oz), werden umgerechnet, also nicht drauf bestehen, dass das keine Flüssigkeiten sind. Als Hobbyadvokat kommt man da nicht weiter.
Die Flüssigkeiten müssen in einem durchsichtigen, wiederverschließbaren Beutel, von maximal einem Liter Größe, der Kontrolle sichtbar raus gelegt werden und es ist nur ein Beutel pro Person erlaubt.

Anders sieht es aus, wenn ihr euer Liquid im Reisegepäck (aufgegeben Gepäck) verstauen. Da ist die Größe des Gebindes egal und es ist auch nicht wichtig, ob es sich in einem Beutel befindet. Worauf man jedoch immer achten sollte! Es dürfen keine Warnhinweise auf den Liquidflaschen vorhanden sein, dies gilt für alle Gepäckarten. Ich rede nicht von TPD2 Symbolen ‚ab 18‘ oder ‚nicht für Schwangere oder Stillende‘, sondern von Symbolen den global harmonisierte System zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien (GHS, englisch Globally Harmonized System of Classification, Labelling and Packaging of Chemicals)


Warum ist mein Deospray erlaubt aber mein Liquid nicht?

Deospray und Haarspray führen auch Gefahrenpiktogramme, sind aber Gegenstände des täglichen Gebrauchs. Was ein Gegenstand des täglichen Gebrauchs ist, entscheidet jedoch nicht der Fluggast, auch wenn er täglich sein Liquid dampft.

Warum erwähne ich das? Viele Liquids aus dem Ausland (UK, USA & Fernost) haben oft diese Symbole und weisen auf das Nikotin hin.


Strenggenommen ist der Verdampfer ein Flüssigkeitsbehälter, ihr müsst den jetzt nicht in ein Beutel packen, nur falls ihr mehrere haben solltet, sollten diese in einem Beutel verbracht werden. Folgt den Anweisungen der Fluggastkontrolle, es liegt in seinem ermessen wie diese Behälter zu handhaben sind.

Ich empfehle immer vor dem Flug, die Verdampfer entweder ganz zu befüllen oder ganz zu leeren, der Druckunterschied führt in den meisten Fällen zum einem siffen.

Einige stellen im Flugzug ihre Kombi kopfüber in das Netz des Vordersitzes, falls ihr das tut denkt auch bitte daran euren ständigen Begleiter wieder mitzunehmen. Das Boardpersonal kommt schon mittlerweile Kistenweise mit Akkuträgern und Verdampfer ins Lost & Found Büro und gibt sie als Fundstücke auf.

Akkuträger mit oder ohne Verdampfer, dürfen nur im Handgepäck oder an der Person mitgeführt werden und sie sind im aufgegeben Gepäck verboten.

In der Vorschrift steht:

[...] Elektronische Zigaretten (einschließlich E-Zigarren, E-Pfeifen oder andere persönliche Inhalationsgeräte), die Batterien enthalten, müssen vor unbeabsichtigter Inbetriebnahme geschützt sein. Sie sind nur erlaubt im oder als Handgepäck [...]

18650 Akkus dürfen als Ersatzakkus mitgenommen werden, müssen aber vor Kurzschluss gesichert sein. Mit anderen Worten, sie müssen sich in einem Case oder in einem Silikon Sleeve befinden. Die Menge hierbei ist natürlich begrenzt, pro Akku im Gerät darf ein Ersatzakku mitgenommen werden. Diese Reglung betrifft nur Lithium Akkus.


Dies war ein Gastbeitrag von D.C.A Community

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